Über geöffnete und geschlossene Türen

Auch wenn sich der Autor praktisch kaum noch erinnert, muss es doch so gewesen sein: In den letzten Kindergartenwochen langweilte er sich und wollte unbedingt in die Grundschule, es sei da alles viel besser und interessanter. Es muss so gewesen sein, denn am Ende der Grundschule wiederholte sich der Vorgang, also - Langeweile, Neugier und ein gewisser Tatendrang.

Selbstverständlich darf nicht der Dämpfer verschwiegen werden, der den besagten Tatendrang jeweils in überschaubare Dimensionen komprimierte. Nun, nach 13 Jahren gelebter Schulkultur, mit einem guten Abitur in der Tasche, steht man wieder vor der geöffneten Lebenstür und versucht vorsichtig, einen schnellen Überblick auf das, was vor einem liegt zu erhaschen. Dennoch, die Zukunft, eben der Bereich hinter der besagten Tür, liegt im Dunst. So vermischen sich die unterschiedlichsten Emotionen: Bedauern über den Verlust bekannter Strukturen, verbunden mit abgrundtiefer Ungewissheit einerseits und Neugier nebst Lust auf neuen Input andererseits. Nebenbei kommt auch der Gedanke an das vergrößerte Verantwortungspotential, vom Führen von Kraftfahrzeugen, bis zum eigenständigen Organisieren des Studiums, ist man zunehmend auf sich selbst gestellt, eben sich selbst und anderen verantwortlich.

Letztlich gewinnt man Trost und Zuversicht aus Kindergarten und Grundschule. War der Wechsel damals nicht ähnlich schwierig? Hätte man jemals gedacht, das Abitur zu schaffen? Egal, wie auch immer. Das Leben geht weiter und die Chancen sind besser als durchschnittlich. Es warten neue Leute, Erfahrung, Niederlagen und Erfolge, das scheint soweit sicher …