Stellare Fotografie

Das Beobachten von Himmelskörpern, wie Sterne, Planeten und Monde, ist nicht schwer. Meist reicht ein gutes Fernglas oder ein einfaches Teleskop aus. Dank Sternkarten findet man sich am Himmel schnell zurecht.

Wie aber hält man seine Erkundungen fest? - mit einem Foto. Leider musste die Astronomie AG feststellen, dass die Realisierung dieser simplen Antwort sehr schwer ist und Erfahrung voraussetzt. Der astronomischen Fotografie widmen sich diese Seiten.

… mit der analogen Spiegelreflex-Kamera

“Unendliche Weiten …” Astronomie ist eine besondere Angelegenheit. Nächtliche Exkursionen bei blutsaugenden Schnaken oder klirrender Kälte sind nötig, um den einen oder anderen interessanten Blick oder das faszinierende Foto zu erkämpfen. Dazu kommt der Kampf gegen die Ausrüstung. Die verbreitete Meinung, man nehme eine Spiegelreflexkamera, ein Stativ und löse einfach aus, ist grundsätzlich falsch. Eine gute Montierung, eine präzise Nachführung und vor allem eine lichtstarke Optik sind, neben gutem Kartenmaterial, absolut notwendig.

Anfangs spielte man mit 500 und 1000 mm Spiegelteleobjektiven und hochauflösenden Diafilmen herum, aber außer einigen Punkten war nicht viel zu erkennen.

Mittels eines speziellen Anschlussadapters werden nun verschiedene CCTV-Kameras am Teleskop getestet. Unser Astronomielehrer hat da einige gute Vorschläge.

… mit der Webcam

Photoshooting, right now! Ein umfangreiches Equipment, meist sehr teurer Art, muss nicht unbedingt Voraussetzung für die Fotografie stellarer Objekte sein. - Ein Teleskop, ein Computer und eine Webcam reichen völlig aus.

Die Skepsis, ob die Aufnahmequalität mit einer solchen Webcam befriedigend ist, sollte durchaus berechtigt sein. Man versucht mit hochauflösenden Kameras stellare Objekte aufzunehmen und selbst das funktioniert auch nur mäßig (Digitalkamera mit Stativ).

Ein Adapter für das Okular des Teleskops ist nicht notwenig, man kann die Webcam einfach an das Okular pressen und drückt den Auslöser der Webcamsoftware. Das Foto wird gespeichert.

Die Qualität ist oben unten erkennbar. Zwar ist sie nicht die allerbeste, dennoch akzeptabel. Eine Webcam ist nicht sehr teuer. So kann auch ein Hobbyastronom seine eigenen Fotos schießen. Vor allem soll der Spaßfaktor erwähnt werden. Man kann viele Positionen und verschiedene Techniken ausprobieren, bis man die beste Qualität erreicht.

Neben allen Vorteilen einer Webcam ist die Bildqualität nicht mit Bildern einer hochauflösenden Kamera vergleichbar. Es kann aber gesagt werden, dass sie für das erste Experimentieren durchaus geeignet ist. Sollte man jedoch hochauflösende Bilder machen wollen, führt kein Weg an einer Spezialkamera vorbei! An die geeignete Befestigung am Teleskop muss dabei gedacht werden.

… mit der CCD-Kamera

Saturn wir kommen! In den Tiefen der Physiksammlung wurde die Astronomie AG fündig: Das Equipment der Schule zur astronomischen Fotografie. Dank des vollständigen Sets von Adaptern, tragbaren Energiequellen, Videooutkanälen und CCD-Kamera steht nichts mehr im Wege.

Die Arbeitsgemeinschaft ist denkbar gut gelaunt und gespannt auf die ersten Ergebnisse. Der Mond soll zunächst der erste Himmelskörper für das Fotoshooting sein.

Mit Hilfe eines Batteriepacks bestehend aus 8 mal 1,5 Volt Akkus wird die 12 Volt CCD-Kamera mit Strom versorgt. Über den Composite-Video-Ausgang können wir universell, entweder einen Bildschirm, einen Fernseher oder über eine Videobox ein Laptop ansteuern. Letzteres empfiehlt sich, da hier am besten mobil aufgezeichnet werden kann.

Doch ein Problem gilt es noch zu lösen. Es ist das große Trauma eines jeden astronomischen Fotografen: Die Befestigung am Teleskop. Unser Reflektor kann mit einem Adapter erweitert werden, so dass die Kamera direkt aufsitzt. Dies ist auch notwendig, da bei einer nicht genau eingestellten Entfernung zum Okular ein unschöner Tunnelblick entsteht.

Die Astronomie AG ist über die Bildqualität erstaunt! - damit hat keiner gerechnet. Motivierter denn je, wollen wir das Projekt ausweiten.

 
© 2005-2021 Christian Drischler